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Umweltanalytik im Castra-Regina-Center

Apothekerin Dr. Claudia Mayer
Apothekerin Helga Pinkatschek


Luftschadstoffe und Wohngifte in der Übersicht

1. Lösemittel (VOC)

 

Die häufigsten, im Wohnumfeld anzutreffenden leichtflüchtigen Lösemittel lassen sich auf ca. 100 verschiedene Fremdchemikalien (z. B. Toluol, Xylol, Ethylacetat, Terpene) beschränken und kommen vor allem vor in:

Farben und Lacken (z. T. auch in umweltfreundlichen oder wasserverdünnbaren Lacken oder Naturfarben), Klebern, Lasuren, Versiegelungen, Verdünnern, Reinigungsmittel, Ölen, Wachsen, Kunststoffen, Schaumstoffen, aber auch in Möbeln und Holz.

Als Gesundheitsstörungen werden beschrieben:

  • Haut- und Schleimhautreizungen
  • Allergien
  • Ekzeme
  • Kopfschmerzen
  • bei längerfristigem Kontakt auch neurologische Schädigungen
  • alle Symptomatiken des Formenkreises MCS, CFS oder SBS

Untersuchungsmöglichkeiten:

  • Luftmessungen (aktiv oder passiv)
  • Materialproben
  • Sicherheitsdatenblätter

Die Krankheitsbilder MCS, CFS, SBS

Verschiedene Befindlichkeitsstörungen, die bei längerem Aufenthalt in Innenräumen auftreten können, werden u. a. auch auf die Einwirkung von VOC zurückgeführt.
Im Zusammenhang mit dem Auftreten dieser Krankheitssymptome werden häufig Begriffe wie "Vielfache Chemikalienunverträglichkeit" oder auch "Sick Building Syndrom" genannt, auf die hier kurz eingegangen werden soll.

"Sick Building Syndrom" (SBS) steht als Oberbegriff für eine Reihe von Krankheitsbildern und Befindlichkeitszuständen, die durch bestimmte Baustoffe, Ausstattungs- und Einrichtungsmaterialien, Lichteffekte, Heizungs- und Klimaanlagen, mangelnden Luftwechsel, Klebstoffe etc. hervorgerufen werden. Die Befindlichkeitsstörungen sind häufig auf vielfältige Schadstoffgemische zurückzuführen, deren Kombinationswirkungen auf den Menschen im Niedrigdosisbereich noch wenig erforscht sind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt folgende typische Symptome für das SBS:

  • verstopfte Nase (durch Schwellung der Schleimhäute)
  • Juckreiz im Bereich der Nasenschleimhäute
  • tropfende Nase
  • ausgetrocknete Schleimhäute, trockene Haut
  • Juckreiz und tränende Augen
  • Engegefühl in der Brust
  • Erschöpfungszustände
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Übelkeit und Schwindel
  • unspezifische Überempfindlichkeit

Charakteristisch ist, dass die akuten Beschwerden bei fortschreitendem Aufenthalt im Innenraum zunehmen und bei Verlassen des Gebäudes deutlich nachlassen oder sogar gar nicht mehr feststellbar sind

Das unspezifische Krankheitsbild mit dem Symptomen Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslo-sigkeit, Kopf-, Gelenk-, und Muskelschmerzen wird auch als Chronic Fatigue Syndrome (CFS, Chronisches Müdigkeitssyndrom) bezeichnet. Nach neueren Erkenntnissen beruhen diese Befindlichkeitsstörungen auf Störungen im Immunsystem, die unter anderem durch verschiedene Krankheitserreger und Umweltbelastungen (z. B. durch Lösemittel) verursacht werden.

Reagiert der menschliche Körper übersensibel auf sehr geringe Mengen an Bioziden, Lacken, Farben, Lösemitteln usw. spricht man von einer Multiple Chemical Sensitivity (MCS, Vielfache Chemikalienunverträglichkeit). Bei der MCS handelt es sich um keine Allergie im herkömmlichen Sinne. Schädigungen treten insbesondere am Zentralen Nervensystem auf, es sind aber auch Belastungen z. B. des Herz-Kreislauf-Systems, der Lungen, der Gelenke und Muskeln oder des Hals-Nasen-Rachenraumes bekannt. Die Symptome treten auf, nachdem es entweder zu einer einmaligen Chemikalienexposition in hoher Konzentration oder aber zu einer lange andauernden Exposition in niedriger Konzentration gekommen ist.

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